Lake Waikareomoana – Great Walk (13.11. – 19.11.)
Das bedeutet: Ich wollte 4 Tage (3 Nächte) wandern. „Great Walks“ sind vom DOC („Department of Conservation“) ausgewählte Wanderwege. Alles zum (über-) leben notwendige auf dem Rücken. Hatte ich vorher noch nie gemacht, deshalb war ich doch nervös. Die DOC Mitarbeiterin, die ich dann endlich am Montag angetroffen habe, hat mich aber ziemlich sicher werden lassen: Sie wäre selbst schon 4 mal den Weg gegangen / Nein, einen „Personal Locator Beacon“ bräuchte ich nicht (Für den absoluten Notfall) / Wetter sollte fein werden (Wenn nicht, dann eben nicht) – Danke, Jane! 🙂
Ich habe also die Hütten gebucht (drei Stück, man kann auch campen: Dann spart man ein paar Dollar, muss aber auch das Zelt noch zusätzlich mitschleppen!), Eltern Bescheid gegeben per Mail und nochmal die Packliste durchgegangen. Dann bin ich hin zu Jane und wollte mich bedanken und verabschieden: Ich musste mich in der Schlange anstellen. Wäre ich weggegangen, hätte ich Emily nicht kennengelernt. Sie wäre beinahe mit dem Bus dorthin, was 2 Tage extra gekostet hätte, da der See so weit abseits liegt. So hat Jane ziemlich schnell vorgeschlagen (und ich dann auch angeboten), dass Emily doch auch mit mir im Auto fahren könnte. Das sollte sich als ziemlich gute Sache herausstellen. Sie ist Schottin und in Frankreich aufgewachsen. Sie ist Wein-Sommelier und will ein Jahr in der Nähe von Nelson arbeiten.
Wir sind also ~3 Stunden in meinem Auto dorthin gefahren, nachdem wir alles Essen und Kram eingekauft hatten. Fast die Hälfte der Strecke Gravel Road (Schotterpiste). Eine Nacht campen, dann gings los. Morgens wurde uns dann gesagt, dass wir Jod-Tabletten mit nehmen sollten, um das Wasser unterwegs gefahrlos trinken zu können. Schweineteuer die Dinger und das Wasser schmeckt dann so eklig, dass ich das schnell wieder gelassen habe. Ein paar Minuten kochen reicht. Meist ist Regenwasser in den Hütten. Die Wanderung selbst war Spitze! Erst ging es von ca. 600m Höhe steil bergauf auf einen Bergkamm ca. 1200 Meter hoch. Fantastische Aussichten, bestes Wetter, uriger Regenwald. Den folgenden Tag wieder runter, jedoch immer wieder mit Steigungen den See entlang. Bis auf verschiedene Vogellaute, wenn man wollte Stundenlang Stille. Emily und ich hatten unabhängig beschlossen zusammen und nicht ganz alleine zu laufen. Später haben drüber gesprochen und hatten beide die Befürchtung dass der jeweils andere zu viel quatscht oder ähnliches – Aber es passte super. Emily war für Vogelsichtungen zuständig, ich habe Baumgesichter gefunden – zusammen sind wir hinter den KoroKoro-Wasserfall geklettert – Das hatten alle anderen nicht gewusst/gemacht. 🙂 In unsere Richtung sind ungefähr 20 Leute gewandert, manche davon hat man dann in den Hütten am Nachmittag wieder getroffen, manche waren Campen. Es war also sehr „familär“.
Ganz um den See geht der Wanderweg nicht. Die Straße langlaufen wollen die wenigsten. Deshalb fährt man dann mit dem Wassertaxi zurück. Spontan wurde beschlossen, dass Emily, Clémence (Französin) und ich zusammen zum nächsten Campingplatz Richtung Napier fahren. Das war nochmal ein schöner Abschluss, zumal wir endlich wieder eine heiße Dusche und zwei Flachen Wein hatten 😉 Während der Wanderung war nur der kalte See möglich…
Clémence verabschiedete sich Richtung Norden, und ich habe Emily mit nach Napier genommen. Wahrscheinlich treffen wir uns auf der Südinsel zu weiteren Wanderungen. Die Stadt Napier fand ich ganz interessant aber jetzt nicht super toll. Es ist mit die wärmste Gegend Neuseelands und es gibt viel Wein und co.
Mich zog es jedoch in die Berge …